Empfang
Wehe wenn sie losgelassen - Dinos vernaschen auch USV TU 3
geschrieben von Marc-Oliver Janik

Zum letzten Heimspiel der Saison traten wir mit mir, Frank, André Haufe, Julius und Georg an. Als besonderes Leckerli hatten wir für unsere Gäste vom USV TU dazu noch Franky Schinnerling, den Großmeister des entschleunigten Spiels, parat. Unsere Erwartungen an seinen Auftritt sollten nicht enttäuscht werden. Dadurch konnten wir auch wieder einen Dino-typischen Alterdurchschnitt von 42,5 Jahren aufweisen.

Es begannen Franky Schinnerling, André und Georg. Gewohnt routiniert und entspannt begannen sich Franky und sein Gegner einzuspielen. Fehlerfrei wurde der erste Ball über eine Minute locker in die Mitte des Feldes gespielt. Da hatten sich also zwei gefunden. Merkwürdig ging es auf Platz zwei los. André half ganz sportsmännisch seinem noch schwer vom vornächtlichen BRN-Besuch gezeichneten Gegner auf den Platz. Das Angebot einer zusätzlichen Aspirin wurde von diesem abgelehnt, so dass André dann auch dem Mitleid ein Ende setzte und seinem Gegenüber im Spielverlauf keine Chance ließ. Mitunter war nicht ganz klar erkennbar nach welchem Ball sein Gegner Fred schlug - es flogen offenbar mehrere auf ihn zu. Andrés Fanblock war selbstverständlich wieder vollständig vertreten und feierte ihn gebührend. Meine Nachfrage, ob es sich hier um bezahlte Clacqueure handelt wurde vehement verneint. Es scheint also echte Begeisterung zu sein - Glückwunsch. Während André also schnell in Führung ging, spielten sich Franky und sein Gegenüber immer noch entspannt in der Mitte des Platzes stehend die Bälle zu. Nach knapp 25 Minuten Einschlagzeit fand ich den Zeitpunkt gekommen, die beiden zur Aufnahme des Wettkampfes aufzufordern. Verständnislose Blicke trafen mich. Dies wäre bereits lange geschehen und es stünde  mittlerweile 1:0. Sorry, das war beim besten Willen nicht zu erkennen gewesen.

Ich wendete mich also Georgs Spiel zu. Mit 53 Jahren sammelte er erste internationale Erfahrungen mit Gegner Ramzi. Ein Chilene persischer Herkunft in Radebeul - was es in unserer globalisierten Welt nicht alles gibt. Und zu meiner großen Freude versetzte Georg mit herzerfischend defensiver Spielweise der noch jungen Karriere des südamerikanischen Studenten einen empfindlichen Knick. Mit 6:2 6:2 feierte er seinen deutlichsten Erfolg im Dino-Trikot. André verwandelte zwischenzeitlich seinen zweiten Matchball zum deutlichen 6:2 6:1 und half seinem Gegenüber dann auch wieder den richtigen Weg vom Platz zu finden. Bei Franky stand es nach einer Stunde Spielzeit immerhin schon 4:1. Nach wie vor flogen die Bälle in gemächlichem Tempo von links nach rechts. Keiner der beiden machte Anstalten, die mittlerweile beruhigende Atmosphäre auf dem Platz durch irgendwelche waghalsigen Manöver zu stören. Ein derart meditatives Tennisspiel durfte ich noch nie erleben. Plopp-plopp-plopp-plopp-plopp.........Erste Zuschauerköpfe nickten in tiefer Entspannung nach rechts weg.

Julius und Frank Sochorick machten sich also auf den Weg, während mir noch ein ganzes Stück Wartezeit auf Showcourt 1 bevorstand. Frank hatte auf Position 3 den vermutlich stärksten, aber auch "schillerndsten" Gegner erwischt. Sören war schön häufiger bei uns zu Gast und erfreut mit seiner langen schwarzen Mähne sowie nicht übermäßig schrillem schwarzem Outfit immer wieder unser Auge. Gothic-Treffen in Radebeul. Frank setzte knalliges Blau dagegen und konnte einen engen ersten Satz für sich entscheiden. Julius legte los wie die Feuerwehr. Schnell lag er in Führung und gewann den ersten Satz glatt mit 6:2.

Franky führte derweil nach knapp zwei Stunden Spielzeit  6:2 3:2. Mein Gegner und ich entschlossen uns daher, mit einem gebrauchten Satz Bälle auf Platz 4 zu beginnen, da wir übereinstimmend der Meinung waren, dass es uns unsere Mädels daheim nicht abnehmen würden, wenn wir unser vermutlich spätnächtliches Heimkommen mit Frankys Einzel begründen würden. Trotz leider wiederkehrender Schmerzen in der Schlaghand konnte ich meinen Widerpart mit einer Reihe Stoppbälle und giftigem Slice deutlich in Schach halten. Beim Stand von 4:0 für mich servierte Franky dann endlich auf Platz eins zum Matchgewinn, beim Stand von 6:0 1:0 hatte er den Matchball verwandelt. 6:2 6:3 in 2 Stunden 25 Minuten Netto-Spielzeit - Respekt, ich hätte nicht gedacht, dass sowas möglich ist. Ich konnte mein Match ohne Spielverlust im Schnelldurchgang beenden und mich wieder Julius zuwenden.

Leider hatte er in der Satzpause seine Vorhand mit vom Platz genommen und konnte sie nicht wiederfinden. Trotz intensiver Suche auf und neben dem Spielfeld konnten auch wir sie nicht ausfindig machen. In diesem Sinne: Wer in den nächsten Tagen eine allein umherirrende Vorhand findet, möge sich bitte an Julius oder die nächste Polizeidienststelle wenden. Die Vorhand ist noch sehr jung und etwas schüchtern. Der zweite Satz ging also ebenso wie der Match-Tiebreak verloren - sehr schade. Frank drehte zwischenzeitlich einen 1:4 Rückstand im zweiten Satz in ein 5:4 und konnte am Ende mit 7:6 die Oberhand behalten. Zwischenstand also 5:1, der Sieg war schon unser.

Das erste Doppel wurde von TU aufgegeben, Andrés Gegner Fred wollte vermutlich zurück zur BRN um seine Kopfschmerzen zu bekämpfen. Das zweite Doppel mit Frank und André lief zur Freude der mittlerweile mit Plakaten bestückten Fantribüne zur Höchstform auf. Es stand zu befürchten, dass bald die ersten BHs  vor Begeisterung auf's Spielfeld fliegen. Es blieb aber beim Jubel und ein glatter Zweisatz-Sieg war eingetütet.

Georg und Julius taten sich schwer. Erster Satz deutlich verloren, und auch im zweiten waren sie in Rückstand. Da erreichte mich eine WhatsApp von Georgs besserer Hälfte. Er möge bitte für den Besuch der Schwiegereltern Sprühsahne für den Erdbeerkuchen mitbringen. Falls Sprühsahne von ihm für weitere "Zwecke" nach Abfahrt der Schwiegereltern benötigt würde, bitte zwei Flaschen. Zur Freude aller auf der Anlage Anwesenden überbrachte ich ihm die frohe Botschaft zwischen zwei Ballwechseln mit lautem Zuruf über die Plätze hinweg. Höchst euphorisiert ging noch einmal ein Ruck durch Georg und die Wende wurde fast noch geschafft. Am Ende reichte es nicht ganz.

Letztlich stand also ein verdientes 7:2, so dass uns der überraschende zweite Tabellenplatz kaum mehr zu nehmen sein dürfte. Nach der überraschenden Niederlage von Rotation befinden wir uns allerdings auch wieder in latenter Aufstiegsgefahr. Eine wieder einmal tolle Saison wird nächste Woche in Sebnitz ihren Abschluss finden, wo wir seit Abschaffung der Roaming-Gebühren auch keine Angst mehr vor einem ungewollt automatischen Login ins tschechische Mobilfunknetz haben müssen.

letzte Aktualisierung am 04.08.2017

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